Thüringen.NABU.de Projekte Schonende Kormoranvergrämung
Schonende Kormoranvergrämung
Schonende Vergrämung fischender Kormorane
Wirkung von „Seeadler K1“ durch NABU-Test bewiesen
Der Kormoran steht als reiner Fischfresser in Konkurrenz zu Fischereibetrieben und Anglern.
Der „Seeadler K1“ ist ein Gerät, welches auf dem Wasser schwimmt und in alle Richtungen Geräusche entsendet, von denen man aus entsprechenden Tests weiß, dass sie Kormorane vergrämen. Kormorane, die sich dem Gewässer nähern, werden gewarnt und bleiben dem Gewässer fern. Dadurch soll in Teichwirtschaften der Fraßdruck der Vögel auf die Fische herabgesetzt werden. Der „Seeadler K1“ wurde bereits in den Jahren 2001 und 2002 in Sachsen-Anhalt vom dortigen Landesfischereiverband (Lfv) getestet.
Wissenschaftlich begleitete Untersuchung belegt positive Wirkung
Im Jahr 2004 erwarb der NABU Thüringen ein solches Gerät und erprobte es mehrere Monate lang (Herbst 2004 bis Mai 2005) im Dreba-Plothener Teichgebiet (Saale-Orla-Kreis) in Zusammenarbeit mit einem dort ansässigen Fischwirt. Das Resultat zeigte die bereits vermutete positive Wirkung: Trotz wiederholter Anflüge größerer Gruppen von Kormoranen landete nur eine geringe Zahl der Vögel (8 Prozent) auf dem Testgewässer. Die mittlere Anzahl gleichzeitig fischender Kormorane betrug lediglich 2 Vögel (Maximum: 9 Vögel). An dem 4,2 km entfernten Vergleichsgewässer hielten sich dagegen im Mittel 41 Kormorane auf (Maximum: 96 Vögel). Damit ist die vermutete Scheuchwirkung des „Seeadler K1“ eindeutig bewiesen. Untersucht wurde ebenfalls der mögliche Einfluss auf die anderen Wasservogelarten. Dabei konnte kein negativer Einfluss auf Haubentaucher, Höckerschwäne, Graureiher, Bleßrallen und Enten festgestellt werden.
![]() |
Bericht zum Projekt „Nichtletale Kormoranvergrämung“ des NABU
|
|
![]() |
Bericht zur Untersuchung des „Seeadler K1“ durch TLUG Jena
|
|
![]() |
Bericht zu Erfahrungen mit „Seeadler K1“ des Lfv Sachsen-Anhalt e.V.
|
|
Fazit
Die Vergrämung von Kormoranschwärmen durch das Gerät „Seeadler K1“ ist nach Ansicht von Fachleuten des NABU Thüringen und der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) offenkundig bewiesen. Dies zeigen die protokollierten Beobachtungen auf den Testgewässern. Die Untersuchungen werden fortgesetzt.
Das Gerät "Seeadler-K1" arbeitet mit Solarstrom und wirkt als "Störsender" auf die Kommunikation des Schwarms.
Das Gerät „Seeadler K1“
Die Kormoran-Vergrämungsanlage nutzt die Kommunikationsfähigkeit der Kormorane gezielt aus und erzeugt mit Hilfe eines Tongenerators spezielle Töne. Diese Töne entsprechen den Fluchtgeräuschen eines Kormoranschwarmes. Anfliegenden Kormoranen wird somit eine Situation höchster Gefahr vorgegaukelt. Durch eine gezielte Selektion der Töne beschränkt sich die Wirkung der Geräusche auf Kormorane und Möwen. Infos zur Technik und zum Vertrieb erhalten Sie hier:
www.seeadler-k1.de
Von der Roten Liste auf die Abschussliste
Die einzige Thüringer Brutkolonie des Kormorans existiert im Haselbacher Teichgebiet. Sie wird in ihrem Bestand durch Waschbären so geschwächt, dass in den letzten Jahren kaum ein Bruterfolg zu verzeichnen war.
Mehr
Der Kormoran – Vogel des Jahres 2010
Der NABU will sich mit der Wahl des Jahresvogels offensiv für den Schutz des Kormorans einsetzen, der nach seiner Rückkehr an deutsche Seen, Flüsse und Küsten wieder zu tausenden geschossen und vertrieben wird.
Mehr

NABU Regional
Service
E-Cards
Podcasts
Ab sofort gibt es den NABU zum Hören. Vogelstimmen, Musik und Interviews machen den Podcast zu einem wahren Vergnügen fürs Ohr.
Desktopmotive
Verbandsnetz
