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Steckbrief Luchs

Luchswissen kompakt

Die wichtigsten Fakten im Überblick

Luchs

Charakteristisch für den Luchs sind seine Pinselohren und der Backenbart.

Name und Verwandschaft
Der Eurasische Luchs (Lynx lynx) gehört wie Tiger und Hauskatze zur Familie der katzenartigen Raubtiere (Felidae). In Deutschland gibt es nur eine weitere wildlebende Katzenart, die Europäische Wildkatze (Felis silvestris).

Aussehen
Das Fell des Luchses ist im Sommer graugelb bis rötlichbraun gefärbt mit dunklen Flecken. Im Winter geht die Färbung mehr ins graue, das Fell ist dichter und die Fleckung weniger ausgeprägt. Auffällig sind die rund vier Zentimeter langen Ohrpinsel, der Backenbart und der kurze Schwanz (20 bis 25 Zentimeter lang, die Spitze ist schwarz). Männliche Tiere wiegen zwischen 15 und 30 Kilogramm, die Schulterhöhe beträgt 50 bis 75 und die Körperlänge 80 bis 120 Zentimeter. Der Luchs wirkt sehr hochbeinig und ist fast so groß wie ein Schäferhund.

Alter
In freier Wildbahn werden Luchse fünf bis 15 Jahre alt. Sie haben eine hohe Jungensterblichkeit von bis zu 80 Prozent.

Ernährung
Rehe machen den größten Teil der Beute aus. Aber auch Feldhasen, Rothirschkälber, junge Wildschweine, Füchse, Dachse, Marder und Vögel stehen auf seinem Speiseplan. Ein Luchs frisst pro Tag durchschnittlich ein bis 2,5 Kilogramm Fleisch.

Luchsspur im Schnee

Luchsspur im Schnee

Spur
Im Gegensatz zum Hund zieht der Luchs seine Krallen beim Laufen ein. Nur in steilem Gelände sind manchmal feine, scharfe Krallenmarken sichtbar. Die Abdrücke sind rund sechs bis acht Zentimeter groß. Für einen sicheren Nachweis bedarf es mehrerer Abdrücke.

Lebensweise
Luchse sind überwiegend nachtaktiv und Kurzstreckensprinter: Sie schleichen sich bis auf wenige Meter an ihre Beute heran, überfallen sie blitzschnell und töten sie durch einen gezielten Biss in die Kehle. Was ein Luchs nicht sofort fressen kann, versteckt er und kehrt immer wieder zu diesem Riss zurück. Wie fast alle Katzen ist der Luchs ein Einzelgänger und streift in einer Nacht bis zu 20 Kilometer durch die Wälder.

Lebensraum
Der Luchs braucht große und naturnahe sowie wald- und wildreiche Gebiete. Er ist nicht an besondere Waldtypen gebunden. Die Reviergröße hängt davon ab, wie viel Nahrung in seinem Revier vorhanden ist: die des Weibchens (Katze) beträgt zwischen 10.000 und 15.000 Hektar, die des Männchens (Kuder) zwischen 12.000 und 40.000 Hektar.

Verbreitung
Früher war der Luchs in fast ganz Europa verbreitet. Teils wegen seines kostbaren Pelzes, teils weil er als "Jagdschädling" galt, wurde er stark verfolgt und in weiten Gebieten, so auch in Deutschland, ausgerottet. In Thüringen wurde der letzte Luchs im Jahre 1819 bei Luisenthal erlegt. Rund 200 Jahre nach dem letzten Schuss, ist es wieder soweit, der Luchs schleicht auf samtigen Pfoten durch Thüringen. Gesichtet wurde er schon im Thüringer Wald bei Ilmenau, Suhl, Oberweisbach und Neuhaus am Rennweg sowie bei Sondershausen, am Kyffhäuser, an der Hainleite und bei Erfurt.

Schutzstatus

  • Jagdbare Tierart nach Bundesjagdgesetz mit ganzjähriger Schonzeit
  • Rote Liste Deutschland und Thüringen: Kategorie 1 (vom Aussterben bedroht)
  • FFH-Richtlinie: Anhang II und IV (streng geschützt)

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