Herdenschutz statt Wolfsjagd
Wölfe schützen – Petition unterzeichnen!
Der NABU Thüringen appelliert an die Bürgerinnen und Bürger im Freistaat, eine Petition gegen Wolfsjagd zu unterstützen. Mehr →
Wolf - Foto: Jürgen Borris
10. Februar 2026 – Aus Sicht des NABU Thüringen haben große Beutegreifer wie Wolf und Luchs eine Schlüsselfunktion im Ökosystem. Durch ihre direkte Einflussnahme auf die Wildbestände wie zum Beispiel Rehe, Muffelwild und Wildschweine tragen sie dazu bei, die Bestände „gesund“ zu halten, indem sie vorzugsweise kranke, alte und schwache Tiere erbeuten. Wölfe und Luchse verringern dadurch nicht nur die Verbissschäden im Wald, sondern auch die Fraßschäden in landwirtschaftlichen Kulturen.
Aktuell bereiten die massiv auftretenden Herden von freilebenden Muffelwild in Ost- und Südthüringen den betroffenen Gemeinden, Bauern und Waldbesitzern Probleme. Schäden an jungen Bäumen und Feldfrüchten nehmen stark zu. Ursprünglich stammen Mufflons von den Mittelmeerinseln Sardinien, Korsika und Zypern und wurden im 19. Jahrhundert in Deutschland ausgesetzt und künstlich angesiedelt.
„Auch der NABU bekommt regelmäßig Videos von Muffelherden zugeschickt, die bis zu 300 Tiere zeigen“, sagt Silvester Tamás vom NABU Thüringen. „Mittlerweile sind das allerdings keine Einzelfälle mehr. Wir wissen von mehreren vergleichbar großen Muffelherden. Bauern und Waldbesitzer haben damit große Sorgen. Sie befürchten, dass die Schäden im Wald und in der Flur noch mehr zunehmen.“ Die Anwesenheit von Wolf und Luchs hätte deutliche Vorteile mit Blick auf die Regulierung und spürbare Reduzierung dieser Muffelherden. „Wolf und Luchs sind aus unserer Sicht als Partner der Jäger zu verstehen. Sie jagen flächendeckend und rund um die Uhr“, erklärt Silvester Tamás. „Das würde Bauern und Waldbesitzer entlasten.“ Vor allem im Wald, wo nach großen Schadereignissen jeder junge Baum zählt, verhindern Muffelherden den Aufwuchs einer neuen Baumgeneration. Aus Sicht des NABU Thüringen ist es nicht nachvollziehbar, warum sich die Thüringer Landesregierung aus CDU, SPD und BSW so vehement für eine Bejagung des Wolfes und wolfsfreie Gebiete auch auf Bundesebene einsetzt. Hier ist ein Umdenken dringend erforderlich – auch im Interesse der Waldbesitzer und Bauern.
Nach dem aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisstand befindet sich der Wolf in Deutschland und besonders in Thüringen – hier nur mit etwa 30 Tieren – nicht, wie fälschlicherweise oft behauptet wird, in einem günstigen, sondern in einem ungünstigen Erhaltungszustand und braucht deshalb unseren Schutz. In der aktuellen Diskussion um die Aufnahme des Wolfes in das Jagdrecht, fordert der NABU Thüringen, wieder zur faktenbasierten Sachlichkeit zurückzukehren und den Wolf als wichtigen Teil des Ökosystems zu verstehen und anzuerkennen.
Der NABU Thüringen appelliert an die Bürgerinnen und Bürger im Freistaat, eine Petition gegen Wolfsjagd zu unterstützen. Mehr →
Der faszinierende Beutegreifer ist zurück in Thüringen. Der NABU setzt sich daher verstärkt für die Akzeptanz des Wolfes im Freistaat ein. Es werden Wolfsbotschafter gesucht, Infomaterialien zum Thema verteilt und ein Aktionsplan wurde erstellt. Mehr →
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